Erste Lieblingsband 2012: Boy & Bear

Sieht so aus, als näme die Indiefolkwelle auch 2012 kein Ende. Die neuen Lieblinge der Szene kommen aus Australien: Ende Januar veröffentlich Boy & Bear ihr Debütalbum „Moonfire“ hierzulande. Bei simfy kann man es jetzt schon komplett hören, und in Australien haben die fünf Musiker schon 2011 zig Preise für das Album abgeräumt.

„Moonfire“ hat alles, was ein gutes Folkalbum braucht: Melancholie, Begeisterung, federleichte Melodien, schöne Harmoniegesänge, herzerweichende Gitarren, Pfeifen, Tamburine und Mandolinen.

<3

Aber hört selbst.

Boy & Bear – „Milk & Sticks“ from Headjam on Vimeo.

Boy & Bear ‘Part Time Believer’ from Mathematics on Vimeo.

Der feministische Gin

„Diamonds are a girl’s best friend“

Die Zeiten, in denen Frauen in Sachen Altersvorsorge auf diamantene Präsente setzen mussten, sind zum Glück vorbei. Trotzdem liebe ich schöne Geschenke. Wobei schön auch einfach durchdacht heißen kann.

Das Prachtstück oben habe ich zu Weihnachten bekommen, und es ist auf jeden Fall durchdacht. Erstens bin ich Ginliebhaberin, und PINK 47 ist ein Premiumgin, der mit 12 verschiedenen Botanicals angereichert wird: Wacholderbeeren aus der Toskana, Koriander aus Marokko, Orangenschalen und Mandeln aus Spanien, Süßholz aus China und so weiter. Dann wird er vier mal destilliert. Und zwar vom Traditionshaus G & J Greenall in der Destillerie Warrington in Cheshire unter der Aufsicht von Joanne Simcock – Englands erster und einziger weiblicher Master Distillerin. Das war der zweite Grund, warum ich PINK 47 geschenkt bekam – weil es quasi ein feministischer Gin ist.

Mit Marilyn Monroes berühmtem Song hat die Flaschenform nichts zu tun, und auch mädchenhaften Touch soll sie keinen vermitteln. Eher einen märchenhaften: Die Flasche ist dem sagenumwobenen Khavaraya Pink Diamond nachempfunden, den seit 400 Jahren niemand mehr gesehen hat. Die Legende sagt, dass wer ihn besaß, jedem Sterblichen Gehorsam in Sachen Liebe abverlangen konnte. Gleichzeitig lastete auf dem Diamanten aber ein Fluch: War die Liebe erzwungen, starb der Besitzer. Worin der Sinn des Ganzen dann liegen sollte, ist mir nicht klar, aber jedenfalls soll der Diamant einst Darius, dem König von Persien gehört haben, und bei der Eroberung Persiens in den Besitz von Alexander dem Großen gelangt sein. Danach verschwand er. Die Destillerie lehnt sich bei der Flaschenform an den Diamanten an, weil die ewige Suche nach dem Khavaraya dem Versuch, den perfekten Gin zu destillieren, gleiche.

G & J Greenall haben schon mal was von Storytelling gehört, soviel ist sicher :)

Aber Diamanten hin oder her, ich freue mich jedenfalls schon auf den Moment, wenn ich meinen feministischen Gin verkosten werde!

The Good, the Bad and the Future

Über 2011 will ich eigentlich nicht zu viele Worte verlieren. Es gab kein großes Drama in meinem Leben, aber dennoch viel viel bessere Jahre. 2011 war einfach zäh wie Kaugummi. Aber der fast schon traditionelle Jahresrückblick, den der Kollege von der Bandschublade losgetreten hat, der muss doch drin sein. Diesmal aber erweitert um den Ausblick nach 2012, denn ehrlich gesagt, diesmal blicke ich lieber nach vorne als zurück.

Zugenommen oder abgenommen? Erst abgenommmen, dann wieder zugenommen, ich würde sagen, ich bin in etwa da angelangt, wo ich 2010 beschlossen hatte, abzunehmen.
Haare länger oder kürzer? Länger.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger? In Sachen Sehstärke alles beim Alten, in Sachen Lebensweise etwas weitsichtiger geworden. Muss das Alter sein.
Mehr ausgegeben oder weniger? Mehr. Ich sach nur: Umzug!
Der hirnrissigste Plan? Dank Lieblingspaul wurde ich in das Geheimnis des Roadtrips eingeführt. Ebenso hirnrissig wie genial. Ganz nach dem Motto: Wieviele Kilometer hin und zurück schafft man in einer Nacht?
Die gefährlichste Unternehmung? Ich habe den Hochseilgarten im Kinderspielparadies bezwungen. Zweimal! (Und ich habe Höhenangst!)
Die teuerste Anschaffung? Der Küchenschrank.
Das leckerste Essen? An meinem Geburtstag, mit M., das Schokotörtchen im Hate Harry. Einfach unglaublich gut.
Das beeindruckendste Buch?

Der berührendste Film?

Das beste Lied?

Die beste Platte?
Ja, Panik, Apparat Band, Florence + The Machine, Zola Jesus, Yuck, James Blake
Das schönste Konzert? Ja, Panik, diverse Male. Und Zola Jesus.

Die wichtigste App? Instagram


Die beste Entdeckung im Netz?
Quote.fm in Kombination mit Instapaper und meinem neuen Kindle
Die meiste Zeit verbracht mit …? den elbdudlern
Die schönste Zeit verbracht mit …? mit M. auf Booten, in Autos, in Wäldern, an Seen und anderen Gewässern
Vorherrschendes Gefühl 2011? Verwirrung.
2011 zum ersten Mal getan? Oh, da gibt zwei, drei Dinge. Aber alle nicht blogtauglich.
2011 nach langer Zeit wieder getan? Getrennt. Frisch verliebt.
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Es gab definitiv zwei, drei Dinge, die scheiße waren. Aber ich hätte nicht drauf verzichten mögen, weil sie mich weitergebracht haben. Mich gezwungen haben, die Vergangenheit zu verarbeiten.
2011 war mit einem Wort…? Anstrengend.

10 Gründe, warum 2012 super wird:

  1. weil ich den ersten Frühling mit DoppelM erlebe
  2. weil ich 2011 gemerkt habe, welch gute Freunde ich habe
  3. weil ich mir ein MacBook kaufen werde
  4. weil The Shins ein neues Album machen
  5. weil ich im April nach Jahren wieder auf Schiern stehen werde
  6. weil ich mein erstes Buch auf dem Kindle lesen werde
  7. weil ich viel mehr und auch über Digitales bloggen werde
  8. weil es ein Ryan Gosling Jahr wird
  9. weil ich das erste volle Jahr mit meiner tollen Mitbewohnerin in meiner schönen Wohnung verbringen werde
  10. weil ich 30 werde und mich überhaupt nicht so fühle

T-3: Wie ein Honigkuchenpferd

Nur noch einmal schlafen! Nur noch ein paar To-dos abhaken. Dann düse ich nach Österreich, in den Weihnachtsurlaub. Wie sehr ich mich freue, sieht man auf dem Bild. Wusste gar nicht, dass ich so glücklich-debil grinsen kann.

T-6: Shithole Shopping


Ich geriet heute in eine Horde Lemminge. So eine, wie in dem uralten Game, wo die kleinen Viecher reihenweise willenlos in den Tod marschieren. Nur war es diesmal eine Horde stylebewusster Individuen, die sich, scheinbar genauso willenlos, im Gänsemarsch zwischen Verkaufständen bei einem Designweihnachtsmarkt entlangquetschten. Programmed to destroy, Endziel: ein Geschenk. Ein individuelles, bitte. Für die besonderen Freunde, Familienmitglieder und den Waldorfkindergartennachwuchs.

Sollte bei einer Veranstaltung wie dem Holy Shit Shopping ja zu finden sein, möchte man meinen. Gleich zwei Stockwerke geballte Individualität und überbordende Kreativität, für diejenigen unter uns, die natüüüüürlich gerne etwas selbst Gemachtes schenken würden, aber die Zeit nicht haben, leider, leider. Aber dann wenigstens etwas, wo jemand anderer ganz viel Liebe rein gesteckt hat, weil das geht ja nicht, diese Massenware, nein, nein, individuell muss es schon sein, wenn schon nicht selbstgemacht, dann wenigstens handgefertigt und kreativ, und öko ist natürlich auch nicht schlecht, 100 Prozent Baumwolle, und gefilzt, ohja, etwas Gefilztes, das hat doch Charme, oder nicht? Dafür lässt man sich doch gerne ein wenig auf die Füße treten. Und dieser Schal aus fünf verschiedenen Stoffen, da steckt ja auch sooooviel Liebe drin, da spürt man doch weder den Ellenbogenrempler von hinten noch den Herzinfarkt, wenn sie den Preis nennt. Und sollte das doch zuviel Aufregung sein, kann man ja immer noch eins dieser 100 000 Portemonnaies aus Retrostoffen kaufen, die hat ja noch niemand, das wär doch mal was wirklich …

Ich darf ja eigentlich nicht motzen. Schließlich hab ich mich auch in die Schlange vor der Tür gestellt, habe 3 Euro Eintritt bezahlt und mich durch die überfüllte Halle geschoben. Und eigentlich mag ich ja auch die DIY-Bastelszene um Dawanda und Etsy, und die meisten der Designer vor Ort für sich. Aber geballt auf einen Haufen trat der Konformismus sowohl der Designs als auch der Besucher erschreckend klar ans Licht. Wir haben unsere Abgrenzungsmechanismen zum altherbrachten Konsum so perfektioniert, dass sie selbst zur Maschinerie geworden sind – und wir zu den Lemmingen, die wir eigentlich mal verachtet haben.

Und jetzt? Doch selber basteln?