Berlin Festival. Tops und Flops.

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Der stillgelegt Flughafen als Location des Berlin Festivals ist schon sehr imposant, aber die Veranstalter hätten mehr daraus machen können. Für 8 000 Leute standen ca. 10 Biertische mit Bänken im Freien, das war’s dann aber mit der Gemütlichkeit. Dazu durfte man weder Tetrapacks mit aufs Gelände nehmen noch das Gelände wieder verlassen, war man erst mal drin und wollte nochmal rein. Was der Sinn dahinter war, ist mir nicht ganz klar … nur das Einsparen von Bändchen kann ja wohl nicht der Grund gewesen sein. Und Trinkwasser gab es auf dem Gelände auch keines. Eindeutige Minuspunkte, und zusätzlich war der Sound in der großen Halle bei der Hauptbühne auch ziemlich grottig. Not so nice. Nachtrag: Dazu kam folgendes Statement von den Veranstaltern per Presserundbrief:

Ein tolles und aufmunterndes Feedback, von allen Seiten. Und das trotz einiger kleiner Geburtswehen und Soundprobleme – wir wurden durch politische Entscheidungen gezwungen, quasi in letzter Minute die Bühnen umzudisponieren und die Hauptbühne in den Hangar umzuziehen. Beim nächsten Mal wir es besser klingen, versprochen!

ABER: Alle Bands, die ich gesehen habe, waren verdammt gut und die Stimmung war super. Wenn die Veranstalter im nächsten Jahr etwas menschenfreundlicher und weniger abzockorientiert rüberkommen, könnte das richtig gut werden mit Tempelhof und dem Berlin Festival.

Meine Favoriten:

Peter Doherty

Peter Doherty

1) Pete Doherty, weil er überhaupt gekommen ist, relativ bei sich wirkte und dann noch ein wirklich schönes Set mit Akustikgitarre gespielt hat, inklusive alter Libertines-Sachen. Ach! Da hat die ganze Halle den Atem angehalten.

2) Schwierig, schwierig, aber ich sag mal Jarvis Cocker, weil ich eigentlich gar nicht so erpicht war, den schon wieder zu sehen und er mich dann aber wieder von der ersten Sekunde an begeistert hat. Sein Humor ist einfach zum Wegschmeißen … am witzigsten ist der Typ wirklich, wenn er schlechte Witze macht. Und in seinen legendären Posen.

3) WhoMadeWho: Einfach nur fantastisch, symphatisch, tanzbar, rockig, lustig, cool, uneitel, …

4) Digitalism DJ-Set: Die haben einfach ein Talent dafür, die besten aber auch abgenudelsten Indiesongs der letzen Jahre auszugraben und sie so geschickt zu zerhacken, dass man sie wieder abkann.

5) Peaches DJ-Set: Kam mitsamt Stripperinnenriege, was eher trashig war als sexy, der Stimmung aber sicher zuträglich. Das tollste war aber, dass sie ab und an selbst gesungen hat. Die Frau ist einfach nicht dafür geeignet, sich hinter einem DJ-Pult zu vergraben.

6) The Thermals: Trotz frühem Auftritt und Grottensound eine energetische, mitreißende Show gespielt, mit allen, allen, allen Hits. Und Sänger Hutch Harris ist wohl der einzige Typ auf Erden, der in einem rosa Polohemd auf der Bühne trotzdem cool aussieht.

Tja, und Deichkind waren natürlich auch gut, wie immer mit der besten Stimmung des ganzen Festivals und den meisten Leuten. Irgendwann wirds dann aber doch immer langweilig … oder vielleicht vertrag ich auch nur die Hitze nicht so gut.

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