Unter Geiern

Vergangenen Freitag ging die „Recht auf Stadt“-Gala über die Bühne des Uebel&Gefährlich – ein Benefizabend für das Netzwerk aus politischen Initiativen gegen Gentrifizierung und Privatisierung und für Freiräume wie Gängeviertel, No BNQ, Gartenkunstnetz, das Centro Sociale usw. Dabei spielten Bands wie 1000Robota, Gisbert zu Knyphausen und die Sterne auf. So weit, so toll – und das ganze war nicht nur Party, sondern schon am Eingang standen die Infotische parat. Nur das Gala-Konzept ging leider nicht wirklich auf: Zwei Herren in weißen Anzügen moderierten den Abend und gaben zwischen den Auftritten einen Schnellsiedekurs in Antigentrifzierung, mit Gastrednern, allerdings auch mit unangenehmen Slogan-Gehabe. Das kam leider Gottes ein bisschen so rüber: „Hey yo buddies, ihr seid doch auch für Freiräume, oder? Wollt ihr etwa Statisten sein? Nein? Nein? Dann schreit alle Nein!“ Da sollte man die Party vielleicht lieber Party sein lassen – denn wer es bis zu dieser Veranstaltung und an den Infotischen und aller medialen Berichterstattung vorbei, die derzeit in Hamburg zu diesem Thema passiert, geschafft hat und immer noch nichts gerafft hat, dem helfen die paar knackigen Sprüche zwischen den Gigs wohl auch nicht weiter.

Aber so weit so gut, ist ja an sich eine tolle und wichtige Sache, also nicht zu viel unken. Besser auf das schöne Magazin „Unter Geiern“ hinweisen, das im Hamburg-Magazin-Look gelungen Überzeugungsarbeit leistet. Einfach downloaden. Ups, das „Plagiat“ hat wohl nicht jedem gefallen, deshalb gab es anscheinend Unterlassungsklagen gegen das Onlinestellen.

Das nächste Vernetzungstreffen der „Recht auf Stadt“-Initiativen findet übrigens heute Dienstag, den 3. November um 19.30 Uhr im Centro Sociale statt.

Update: War beim Treffen und es ist schön zu sehen, welche Vielzahl an Initativen es bisher gibt – aber auch erschreckend, an wie vielen Ecken und Enden eigentlich dringender Handlungsbedarf besteht. Der Einstieg ins aktive Mitgestalten fällt als Nichtanwohnerin oder derzeit direkt Betroffene und noch dazu Journalistin allderdings schwer, und irgendwie gerät man leicht in die Ecke Zaungast. Dabei ist die gegenwärtige Stadtentwicklung auf jeden Fall etwas, das jeden Hamburger etwas angeht. Aber wie ich mich persönlich am besten einbringen kann, bleibt vorerst noch eine unbeantwortete Frage.

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