„Ich glaube nicht an das Prinzip Spende“

… hat der Kollege von der Bandschublade geschrieben.

Wissen wir eh, die Spendengelder kommen gar nie bis dahin, wo sie hin sollen, ein Großteil geht für deren Verwaltung drauf, strukturell verbessern tut sich gar nichts, etc.
Was der Kollege aber vielleicht eher meint, und was ich nur vertreten kann, ist: Irgendwie sollte die Gesellschaft es wohl so hinkriegen, dass niemand auf eine Spende angewiesen ist. Aber dann: Wenn jemand Schnorren zum Lebensprinzip erhebt, warum nicht?

Heute morgen auf dem Weg zum Verlag hab ich gleich zweimal gespendet. Latte macchiato gegen gutes Gewissen. Ich frag mich schon, ob es nicht einfach ein billiges Mittel ist, mich besser zu fühlen. Hey, ich gehöre gar nicht zur der Elite, die ihr Wohlstandsleben auf dem Rücken der Unterschicht austrägt. (Wobei ich davon schon gehaltstechnisch ausgeschlossen bin).

Die Welt verbessert haben die abgegebenen 2,50 sicherlich nicht. Aber vielleicht haben sie zwei Menschen einen besseren Start in den Tag beschert. Weil ich hoffe, dass sie merken, dass ich sie mit Respekt behandle und dass ich keineswegs denke, sie müssten sich fürs Betteln schämen. Wenn sich jemand schämen muss, dann schon ich, für die billige Gewissenswäsche.

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