Phobien #2: 2012 und die Angst vor dem Weltuntergang

Das ist ja kein Weltuntergang, so die Trostfloskel. Aber was ist eigentlich ein Weltuntergang? Wenn jeder stirbt, den ich kenne? Wenn die gesamte Menschheit stirbt (was vielleicht das Ende des Untergangs ist), wenn das gesamte Leben auf der Erde ausgelöscht wird oder wenn die gesamte Erde explodiert? Und was juckt es mich dann noch? Aus, vorbei, allen geht’s gleich, nix mehr zu verlieren.

Wohl ohne jemals auch nur eine Sekunde darüber nachgedacht zu haben, haben furchtbar viele Menschen anscheinend furchtbar große Angst vor dem Weltuntergang. Wir Homo Sonstwas klammern uns so an unsere Existenz, dass ein bisschen Hollywoodmaschinerie reicht, um uns ausflippen zu lassen. Sagt zumindest folgende Pressemeldung:

Mit dem Katastrophenfilm „2012“ des deutschen Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich ist am Wochenende ein neuer Mega-Blockbuster in die Kinos gestartet. Der mit Special Effects gespickte Streifen, der auf einer vom Maya-Kalender abgeleiteten Weltuntergangstheorie basiert, soll für das Produktionsstudio Sony Pictures kräftig die Kassen klingen lassen. Hierfür wurde im Web ein Marketing-Hype inszeniert, der so stark ist, dass die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA mittlerweile Überstunden leisten muss, um besorgten Menschen zu erklären, dass die Welt auch nach 2012 weiter existieren wird.

von pressetext.at.

Aber klar, wenns die Mayas schon gesagt haben … und würd ich wirklich bei der NASA anrufen und fragen, ob die Welt untergeht? Die haben doch schon die Mondlandung gefakt.

Die Zeit ist knapp und somit ist es an der Zeit, sich Gedanken zu machen, was ich schon gemacht habe (x), was ich noch machen möchte (+) und woran ich rein gar kein Interesse habe (-). Ein Stöckchen, genau zur rechten Zeit von Bandschublade.

(-) Eine Kneipenrunde bezahlen (ich will doch gar nicht alle Gäste kennen lernen)
(-) Mit Delfinen im offenen Meer schwimmen (Delfine sind die Schleimer der Weltmeere)
(+) Einen Berg besteigen (so richtig bis aufs Gipfelkreuz hab ich’s noch nie geschafft)
(-) Das Innere der Grossen Pyramide von Gizeh besuchen (ein Grab ist ein Grab ist ein Grab)
(-) Eine Tarantel auf der Hand halten (Tierquälerei)
(x) Im Kerzenlicht mit jemandem ein Bad nehmen (Vorsicht vor dem Überschwappen)
(x) „Ich liebe dich“ sagen und es meinen (ganz echt)
(x) Einen Baum umarmen (warum nicht?)
(x) Einen Striptease bis zum Ende hinlegen (war ja nicht öffentlich)
(-) Bungee Jumping ausprobieren (Phobie #3: Die Angst, das Seil könnte reißen)

(x+) Paris besuchen (Da war ich zwölf und trug Glockenärmel. Muss unbedingt nochmal sein.)
(-) Ein Gewitter auf See erleben (Wasser + Blitz = Miniweltuntergang)
(x) Die Nacht durchmachen (viel zu selten)
(+) Das Nordlicht sehen (Kindheitstraum)
(x) Eine Sportveranstaltung besuchen (bald wieder Sankt Pauli)
(-) Den Schiefen Turm von Pisa besteigen (anschauen reicht)
(-) Eigenes Gemuese zuechten und essen (Was du auch machst, mach es nicht selbst)
(-) Einen Eisberg beruehren (eisig, nass, gefährlich, uninteressant)
(+) Unter dem Sternenhimmel schlafen (traurig, aber wahr)
(+) Eine Babywindel wechseln (wat mut dat mut)

(-) In einem Heissluftballon fahren (sollte ich als Kind mal, ging dann doch nicht, der Ballon ist abgestürzt)
(x) Einen Meteoritenhagel beobachten (immer wieder rund um den 11. August. Oder sind das Asteroiden?)
(x) Einen Champagnerrausch haben (Oui)
(-) Mehr als man sich leisten kann spenden (ob das jemanden was hilft?)
(x) Den Himmel durch ein Teleskop anschauen (ach auch schon mal gemacht. das wird laaaangweilig hier)
(x) Im unpassendsten Moment einen Lachanfall haben (Lachanfall und unpassend bedingen sich gegenseitg)
(-) An einer Schlaegerei teilnehmen (not necessarily)
(-) Beim Pferderennen gewinnen (arme Pferde)
(x) Blau machen, obwohl man nicht krank ist (in der Schule ging das noch …)
(-) Einen Fremden bitten, mit einem auszugehen (ach das ist doch immer ein reinfall)

(x) Eine Schneeballschlacht mitmachen (ich werf genauso schlecht wie bandschublade)
(-) So laut schreien wie es geht (klingt nach Selbsthilfegruppe)
(-) Eine heimliche Fantasie ausleben (die Fantasien sind meist spannender als das Ausleben)
(x) Um Mitternacht nackt baden gehen (klar. war immer lustig. außer als ich meine linse verloren hab. und okay, nackt war ich nicht immer)
(-) In eiskaltem Wasser baden (no thanks)
(x) Eine richtige Unterhaltung mit einem Bettler führen (Kam aus derselben Gegend wie ich)
(x) Eine Sonnenfinsternis beobachten (Und nicht die Brille vergessen)
(x) Eine Achterbahnfahrt mitmachen (Nicht die Loopings sind das Schlimme)
(+) Einen Elfmeter verwandeln (wär super. aber wird wohl nix mehr)
(+) Die Aufgaben von drei Wochen irgendwie in drei Tagen erledigen (mach ich dann vor meinem Urlaub im Februar)

(x) Voellig verrueckt abtanzen, egal wer dabei zusieht (woo-hoo!)
(x) Gluecklich mit dem eigenen Leben sein, wenn auch nur fuer einen Moment (hab ich den Test jetzt bestanden??)
(x) Zwei Festplatten im Computer haben (laaaaaaangweilig)

Das kostet zu viel wertvolle Lebenszeit. Ab jetzt nur noch ein paar Ausgewählte:

(x) Karaoke singen (Thai-Oase!)
(x) Einen ganzen Tag lang einfach nur so im Bett bleiben (zu lange her)
(-) Nackt vor Fremden posieren (solang ich kein Geld dafür krieg …)
(-) Zu Ravels Bolero Sex haben (dazu könnt ich eher kotzen)

(-) Ein Autokino besuchen (nicht mehr seit „Die Klavierspielerin“)
(x) Eine beruehmte historische Staette besuchen (gerade erst in Rom)
(+) Einen Kampfsport erlernen (werd ich aber nie diszipliniert genug sein)

(x) Mehr als sechs Stunden am Stueck vor einer Spielkonsole sitzen (hmmm … früher mal, schon)
(+) Heiraten (einen Versuch ist es wert. Aber bitte in Vegas)
(-) Kekse nach eigenem Rezept backen (untalentiert)
(x) Den ersten Platz in einem Verkleidungswettbewerb belegen (als Kind als Hexe, dann hab ich beim Desmakieren geheult, weil ich bei Gott keine Hexe sein wollte)

(+) Die eigene Musik aufnehmen (nur was?)
(x) Haifisch essen (lecker. aber nicht nett)
(+) Thailand besuchen (demnächst!)
(-) Eine Kreuzfahrt machen (lieber Foster Wallace’s „Schrecklich amüsant“ lesen)
(x) Mehr als eine Sprache sprechen
(+) Auf der kompletten Tour seiner Lieblingsmusiker mitreisen (der alte Groupietraum)

Okay, das hört ja nie auf … ich gebe mich geschlagen. Wie hast du das bloß durchgehalten, F.?

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