Phobien #3: Die Verwandlung

Schniefend und sabbernd im Bett liegend musste ich plötzlich an Kafkas „Die Verwandlung“ denken. Auch ich scheine eine Metamorphose durchzumachen. Alles verschleimt und verflüssigt sich. Was erst als Kratzen im Hals begonnen hat, bringt mich nun zum Würgen, mein Körper wendet sich gegen mich und produziert diesen zähflüssigen Schleim in Massen, der sich seinen Weg nach außen bricht, ungehindert, mit mir macht was er will. Mich zum sabbernden, röchelnden Monster degradiert. Gesprungene Lippen, verquollene Augen, geschwollene Nase. Das Denken wird von Niesreflexen niedergezwungen, das Sprechen vom Hustenreiz. Was bleibt? Ein riesiger Haufen an gebrauchten Taschentüchern, um das Ekel-Ich zu begraben.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s