Depression, ohohohoh. Oder wie Rösinger singt.

Bin ich nur müde oder ist das schon, die erste zarte Novemberdepression?

Wird schon wieder, sagen se immer alle. Ist doch halb so schlimm. Beruhig dich doch erstmal. Morgen sieht die Welt ganz anders aus. Ist doch Quatsch! Die Welt ist morgen noch genauso beschissen wie heute, nur kann ich morgen vielleicht besser damit umgehen. Vielleicht auch nicht. Fakt ist: Wenn einen die Depression in ihren Klauen hat, man grad zum x-ten Mal nicht zurückgerufen wurde, obwohls doch so gut lief, der Freund einfach nur nervt oder gar abgehauen ist, die FPÖ ihre Biere auf den Erdrutschsieg stemmt oder der Job Kotzreiz verursacht – mal ehrlich, wer will dann diese lahmen Besänftigungen hören?

Aber hey, es geht auch anders: mit Christiane Rösingers „Songs of L. and Hate“. Ihr neues Album, das sie mit Andreas Spechtl von Ja, Panik aufgenommen hat. Es kommt am 22. Oktober. Und dann, dann wird wirklich alles gut.

Ja, genau. Nachbau von "Subterranean Homesick Blues". Und den Titel hatte schon L. Cohen.

Die Rösinger, die beschönigt nichts, die ist gnadenlos und malt schwarz, was das Zeug hält.

Bist du einmal traurig und allein, gewöhn dich dran, es wird bald immer so sein.

Es ist alles so sinnlos, das hält ja gar kein Mensch mehr aus, da muss man sich doch einfach hinlegen, oder man steht erst gar nicht auf.

Vom ersten bis zum letzten Song nur Miesmacherei, Desillusion und Lamentiererei. Spechtl haut in die Tasten, Rösinger jammert. Ein Suhlen im Selbstmitleid, dass es es eine Freude ist. So sarkastisch, dass man einfach nur lachen kann und aufstehen und weitermachen.

Aber fragt mich einer, wie ist mir zumute, grad so als ob das Herz recht angenehm verblute.

Doch ich tu was ich kann und ich lass mich nicht gehen, mich wird keiner am Boden sehn.

Und nebenbei kriegen die Berliner Kreativen, Prenzelbergeltern, die Lugner-Mausis dieser Welt und die Zwangsausgänger auch noch eine Watschn mit. Weil es wär ja nicht die Rösinger, würd sie nur gegen sich selbst treten.

Und wofür ich mich nicht genug bedanken kann: Endlich, endlich führt sie die absolut überlebensnotwendige Phrase „Es geht sich nicht aus“ auch in Deutschland ein.

Am 11. Februar spielt sie in Hamburg in der Zentrale. Sagt alles ab, ihr müsst sie feiern, wie sie fällt.

Eine Antwort zu “Depression, ohohohoh. Oder wie Rösinger singt.

  1. Aber lang hält sie selbst mit heftiger Rösinger-Dosis nicht an, die Besserung. Nur die Dosis erhöht sich mit jedem Mal.

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