HAM.LIT geht in die zweite Runde


Ich war nicht der größte Fan von Lesungen. Manche Autoren lesen zwar unterhaltsam und kennt man die Bücher noch nicht, sind sie eine gute Entscheidungshilfe, ob man sich die überhaupt antun soll. Aber im Gegensatz zu anderern kulturellen Veranstaltungen, zu denen man so gehen könnte – Konzerte, Kino, Vernissagen – haben Lesungen irgendwie oft noch sowas piefiges, fades an sich. Und einmal drin, kommt man auch nicht mehr weg, ohne als Banause zu gelten.

Dachte ich zumindest, bis ich letztes Jahr bei HAM.LIT war. 15 Autorinnen und Autoren, parallel auf drei Bühnen, alles Nachwuchsschreiberlinge, noch dazu in den heiligen Tanzhallen des Uebel & Gefährlichs und Terrace Hill, das war anders. Dort, wo die Leute wochenends ihre Drogen ausschwitzen, saßen nun Literaturfreunde auf Stühlen rum, lauschten gewitzten Worten und wechselten schlicht in den nächsten Raum, wenn es doch nicht so gewitzt war. Und zwecks Hipness gab’s noch Musik obendrauf: von der wunderbaren Gustav, die sich ordentlich Whiskey hinter die Binde kippte.

Voll war’s und ein voller Erfolg, und deshalb geht Ham.Lit nun in die zweite Runde. Leider ohne Gustav, die wohl grad die Windeln ihres Babys wechselt. Diesmal spielen die mir noch unbekannten Nobelpenner, die nach kurzem Reinhören für ganz okay befunden worden sowie Nils Koppruch.

Ach ja, gelesen wird natürlich auch. Da ist sicher wieder die eine odere andere Entdeckung, für die sich das schon lohnt, dabei zu sein. Ich freu mich auf Mariana Leky, Thomas Pletzinger und Marcel Maas, der zusätzlich zur Prosa einen eigenen DJ mitbringt.

Am 3. Februar. Get Tickets!

6 Antworten zu “HAM.LIT geht in die zweite Runde

  1. Ein Grund mehr diesem regengetränkten Loch zu entfliehen und nach Hamburg zu kommen, würde ich sagen. Juhu!

  2. Hmmh, geht’s nur mir so, aber letztes Jahr kannte ich den Großteil der Autoren, dieses Jahr kaum jemand. Ist das schlicht ein persönliches Defizit? Oder haben sich die Auswahlkriterien verändert?

  3. Außerdem, und das ist das Schlimmste: Gustav durch Nils Koppruch zu ersetzen, Koppruch, der in Hamburg wöchentlich fünfmal spielt, das ist ein Armutszeugnis! (Hingehen werde ich aber wohl dennoch.)

  4. Also ich kann guten Gewissens nur das musikalische Programm beurteilen, und das reicht natürlich nicht an Gustav heran. Aber da liegt auch nicht der Fokus drauf. Was die Literatur angeht: Auch ein Tilman Rammstedt ist schwer zu ersetzen. Nur, soweit ich es verstanden habe, soll HAM.LIT schon dazu da sein, Jungautoren für sich zu entdecken, und insofern kann es sich die Veranstaltung im zweiten Jahr, mit einem gewissen Vertrauensvorschuss, schon leisten, mit vielen unbekannten Namen aufzuwarten. Ob die Qualität ans Vorjahr anschließt, werden wir dann ja sehen/hören. Aber ich denke, zu einem gewissen Teil ist es beabsichtigt, Unbekannteren eine Plattform zu bieten, zu einem gewissen Teil einfach schwierig, wieder mit großen Namen aufzuwarten, ohne sich zum Teil zu wiederholen, oder was meinst du, Ute?

  5. Pingback: Ausgehtipp: HAM.LIT | Kommander Kaufmann·

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