Storify, erster Versuch: Bright Eyes

Als „die Zukunft der Berichterstattung“ geistert Storify schon einige Zeit durchs Netz. Es ist ein Tool, bei dem man sich über seinen Twitteraccount anmeldet und dann Artikel „kuratieren“ kann, nämlich indem man einzelne Quellen aus dem Netz erst sucht und dann zusammenstellt. Es wird hie und da bereits verwendet – recht schön von der Berliner Morgenpost zur Räumung des besetzten Hauses Liebig14 oder als Dokumentation eines Vortrages von der Profilagentin. Natürlich ist die Behauptung „Zukunft von …“ wie meistens überzogen, aber Storify geht durchaus in die richtige Richtung: indem es sämtliche sozialen Netzwerke als potentielle Quellen bietet und eine Einbindung von einzelnen Tweets, Facebookupdates, Youtubevideos, Flickrstreams, etc. per Drag&Drop (nach Stichwort/Personen/Timelinesuche) ermöglicht.


Das sollte heute eigentlich jedes Redaktionssystem können!!! Ist aber noch lange nicht so, also ist Storify durchaus nützlich. Ich musste auf ein Invite warten, und als es vor ein paar Tagen hereingeflattert kam, dachte ich mir, muss ich das auch mal ausprobieren. Und da ich vergangenen Freitag bei dem Bright Eyes in Berlin war, hab ich das als Anlass für meine erste „storifizierte“ Geschichte gemacht.

Macht Spaß, ist einfach und das Beispiel der Liebig14 zeigt, dass es sich gut zur nachträglichen, breitgefächerten Dokumentation von Geschehnissen eignet, vor allem, wenn man auf Stimmenvielfalt setzt. Es ersetzt natürlich keinen gut geschriebenen Text, aber als Tool für eine Kombination aus eigenem Text und einigen Zitaten, Bildern und Videos, die das Geschriebene untermauern oder eine erweiternde Perspektive aufzeigen, ist es sehr hilfreich.

In Sachen Bright Eyes fehlt also der Zwischentext, und es gab auch recht wenig Material im Netz (besonders Twitter), was auch daran liegt, dass es zu lange her ist und man im Twitterstream schon gezielt bei einzelnen Nutzern suchen muss. Direkt nach dem Ereignis hätte man mehr gefunden, bzw. kann man, wenn man bereits weiß, dass man eine Storify-Story machen will, in Frage kommende Tweets faven.

Weitere nützliche Tools:
Sobald man die Story veröffentlicht, wird man gefragt, ob man die zitierten Quellen verständigen möchte und kann ihnen automatisch per Twitter einen Link zur Story tweeten lassen:

Außerdem lassen sich verschiedene Blogsysteme synchronisieren. Die Veröffentlichung auf Tumblr hat super funktioniert, mit WordPress klappte es leider gar nicht – was aber auch der .com Domain liegen kann. Vielleicht funktioniert es ja bei selber gehosteten Blogs. Es gibt auch ein Script zum Einbetten, das unten auf der Seite angeboten wird und das wordpress.com ebenfalls nicht unterstützt. Aber alles in allem: Daumen hoch. Wird sicher nicht mein letzter Versuch gewesen sein.

Eine Antwort zu “Storify, erster Versuch: Bright Eyes

  1. Auch ich habe Storify auf der Liste von Tools, die ich gerne mal ausprobieren möchte. Ich kenne es bisher auch nur aus Fremd-Beiträgen und habe neulich darüber gebloggt, wie ABC News Storify zur Berichterstattung über den Zyklon Yasi in Australien genutzt hat (http://stift-und-blog.de/2011/02/yasi2/).
    Ich war ziemlich begeistert von den inhaltlichen Möglichkeiten, aber auch davon, wie das technisch bzw optisch aufbereitet ist. So viele verschiedene Quellen lassen sich einbinden, trotzdem bleibt es übersichtlich und die Quellen werden vernünftig verlinkt.
    Und ich stimme dir zu: Redaktionssysteme sollten das längst können! Mal sehen, ob ich demnächst ein Ereignis finde, bei dem ich Zeit habe, das auch mal zu testen (dann könnte ich auch die WordPress-Frage beantworten).

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