What would Peggy Olson do?


Peggy. Am Anfang von Mad Men war sie ein graues Mäuschen, das sich vom unsympathischsten Typen der Agentur schwängern ließ. Ich mochte sie auch da schon, wegen ihres Ehrgeizes und ihrer bestimmten Art. Ihr war es immer schon ziemlich egal, was fraulich war und was nicht, das Einzige, was sie wollte, war Karriere machen. Mehr als einer sagte mir auch, ich sähe aus wie sie. Ich hasse ja solche Zuschreibungen, zu sehr war das in der Kindheit Thema mit „Du hast die Haare von der, den Mund von dem, die Stirn von wieder jemand anderem“. Und Peggy ist natürlich auch nicht die Frau, die optisch alle umhaut. Aber irgendwann habe ich mit dem Gedanken angefreundet. Was Peggy kann, ist sich trotz ihres mädchenhaften Aussehens durchzusetzen. Da haben wir noch etwas gemeinsam. Nur muss ich nicht so hart kämpfen wie sie.

Peggy ließ für die Karriere ihr Kind bei ihrer Mutter zurück, stieß ihre Familie vor den Kopf und verschrieb sich ganz der Agentur und ihrem Boss, Don Draper. Im Laufe der Staffeln blühte sie auf, bekam mehr Verantwortung, wurde selbstbewusster, entdeckte den urbanen Lebensstil in allen Facetten – ihr Horizont war immer der weiteste in der Serie. Irgendwann wurde sie zum meinem Lieblingscharakter. Peggy ging zu Undergroundparties, rauchte Marihuana, lebte in wilder Ehe und rette ab und an Don den Arsch. Und als sie nicht die Kunden bekam, die sich aufgrund ihrer Erfahrung erwartet hatte, sondern ihr junger Kollege, ging sie zur Konkurrenz. Konsequent. Aber eben auch hart, und manchmal bitter.

Ich bin gespannt, wie es mit Peggy in der neuen Staffel weitergeht, die heute startet. Ich hoffe, sie darf sich ihren Erfolg etwas leichter verdienen. Aber dann wiederum wäre es auch kein realistisches Bild von Frauen in der damaligen Arbeitswelt … Spannend bleibt jedenfalls, ob sie als Figur die feministischen Entwicklungen der späten 60er aufgreifen wird. Laut Moss wird Peggy jedenfalls nicht zum BH verbrennenden Hippie. Aber das hätte ich mir ohnehin nie erwartet. Dazu ist Peggy nicht politisch genug veranlagt. Sie will einfach nur den besten Job machen, ohne Hindernisse, weil sie eine Frau ist. Mal schauen, wie gut ihr das in der neuen Staffel gelingt.

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