Zur Kritik an #waagnis

Nachdem Ninia, MaikeLeelahJohanna und ich vergangene Woche dazu aufforderten, die eigene Waage loszuwerden und sich dadurch freier zu fühlen, ernteten wir einiges an Kritik, die vor allem in zwei Punkten ins Schwarze traf: 

Wir haben die ganze Sache nicht ordentlich durchdacht. Die Aktion entstand aus einem spontanen Moment auf Twitter, und bei dieser spontanen Idee blieb es für uns auch. Wir konzentrierten uns stark auf unsere persönlichen Texte und verloren dabei aus den Augen, dass wir durch unseren Appell an andere die Ebene eines persönlichen Blogbeitrags verließen und dadurch stärker in der Verantwortung gewesen wären, auf den bereits seit Jahren bestehenden Diskurs rund um das Thema Body und Fat Acceptance hinzuweisen. Viele fühlten sich von dieser auf unsere Erfahrungen reduzierten Aktion ausgeschlossen. Das tut mir leid und war nicht beabsichtigt.

Was wir außerdem vernachlässigt haben war der gesellschaftliche und systemische Kontext des Themas. Natürlich kann das Wegwerfen von Waagen nur ein erster kleiner Schritt sein in Richtung eines besseren Körpergefühls. Für uns war das wohl symbolischerer gedacht als es letztendlich rüberkam. Aber natürlich gibt es gesellschaftliche Strukturen in denen wir uns befinden und denen wir nicht durch einen singulären Akt entkommen können. Wer beispielsweise täglich mit Diskriminierung aufgrund seines Körpers konfrontiert ist, wurde durch die zu kurz gedachte Aktion zurecht verärgert. 

Natalie brachte die Kritik an #waagnis gut auf den Punkt.

Es war keine einfache Woche. Dennoch hatte die Aktion etwas Gutes für mich. Ich habe sehr viele Texte mit sehr unterschiedlichen Gedanken gelesen und mich intensiv mit der Fat Positive Bewegung auseinandergesetzt und viel für mein alltägliches Verhalten mitgenommen. Ich hoffe, dass unsere Aktion dazu beigetragen hat, dass auch andere sich erstmals grundlegender damit beschäftigt haben. Folgende Texte möchte ich euch dazu ans Herz legen.

Der Beitrag von Happyschnitzel hat mich darüber nachdenken lassen, dass Kommentare zur Figur von anderen – auch wenn es positive sind – ein großer Teil des Problems sind und das Thema Gewicht einfach weniger Platz einnehmen sollte in Gesprächen unter Frauen. 

Zu Antje Schrupps Beitrag mit dem Titel „Ich finde mich auch zu dick aber das ist mir egal“ hat sich in den Kommentaren eine interessante Diskussion entsponnen, die leider teilweise in Fat Shaming abdriftet.

Ninia und Maike in ihren Statements noch viele weitere Links zu Texten rund um #waagnis gesammelt, die zeigen, wie vielschichtig dieses Thema ist. Falls euch dort noch Texte fehlen, packt sie bitte in die Kommentare zu Maikes Text, so dass dort eine möglichst vollständige Sammlung entsteht.

Eine Antwort zu “Zur Kritik an #waagnis

  1. Also ich bin froh, dass ich meine withings Körperfettwaage habe. Mir würde nie in den Sinn kommen, sie weg zu werfen. Ich halte auch nichts von dem pseudo intellektuellen Geblubber ,von wegen sein Gewicht annehmen, wie es ist.
    Fakt ist, wer übergewichtig ist, tut seinem Körper nichts gutes. Das kann man nicht wegdiskutieren. Es ist ja auch zu einfach mal wirklich etwas gegen sein Übergewicht zu unternehmen.

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