Raus aus dem Hamsterrad #rp14 #microsoft #einfachmachen

CC-BY-SA 3.0 Andreas Schwarzkopf

CC-BY-SA 3.0 Andreas Schwarzkopf

Bei mir dreht sich gedanklich gerade alles um das Thema Arbeit. Nämlich wie sie sein soll. Das liegt zum einen an persönlichem Interesse – ich verbringe weitaus zu viel Zeit damit, um mir da nicht meine Gedanken zu machen. Hinzu kommt, dass sich in unserer Gesellschaft gerade viel verändert in der Arbeitswelt. Manches zum Besseren, manches zum Schlechteren.

Es ist auf jeden Fall eine Phase des Umbruchs und jeder von uns hat die Chance, selbst an der Veränderung mitzuwirken. Dazu ist es aber nötig, sich mal gründlich zu überlegen, was eigentlich das Ziel sein soll. Denn klar, Schlagworte wie keine Hierarchien, keine Arbeitszeiten und „Bring your own device“ klingen auf den ersten Blick gut – ich frage mich aber auch, welche neuen Herausforderungen dadurch auf uns zukommen.

Gerade gibt es zwei aktuelle Anlässe für mich, sich noch tiefgründiger mit dem Thema zu befassen:

Im Hamsterrad

1) Gemeinsam mit Ninia und Johanna, meinen Bloggerkolleginnen von Les Flâneurs, halte ich am Dienstag auf der re:publica eine kleine „Therapiestunde“ mit dem Titel „Jetlag Overload – One day we’ll be tired, baby“. Uns ist aufgefallen, dass Aussteigerdokus, Stressberichte, Generation-Y-Artikel, Landlebenverherrlicherung und Digital-Detox-Selbstversuche boomen wie noch nie zuvor. Sind wir so unzufrieden mit unserem Alltag? Überfordert uns die Technik so sehr, dass wir davon „Entgiften“ müssen? Und muss man wirklich gleich aussteigen oder kriegt man es auch irgendwie anders hin, ein halbwegs erfülltes (Berufs)-leben zu haben? Gemeinsam gehen wir diesen Fragen auf den Grund, angereichert mit Fakten, Zitaten und Videos. Außerdem geht es in praktischen Übungen darum, euren eigenen Bedürfnissen jenseits von Hype, Leistungsdruck und schönem Schein auf die Schliche zu kommen.

In diesem Rahmen habe ich auf Facebook gefragt, was euch an der Arbeit am meisten stresst. Die Antworten gehen schon in eine ähnliche Richtung, wie ich finde.

#einfachmachen

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2) Ebenfalls auf der re:publica stellt Microsoft sein „Manifest für neues Arbeiten“ vor. Ich durfte vergangenes Wochenende im Rahmen eines Bloggerworkshops schon mal einen Blick darauf werfen und erstes Feedback geben. Das Dokument soll ein „lebendiges“ sein, wie uns gesagt wurde, also denke ich mal, dass sich daran noch ein paar Dinge ändern werden. Viel spannender als Dokument selbst sind ohnehin die Diskussionen und Fragen, die dadurch aufgeworfen werden. Kann und will wirklich jeder ohne Führung arbeiten? Oder welche Führung braucht welche Person? Wo kann die Technik uns unterstützen, freier zu arbeiten und wo müssen wir aufpassen, dass sie uns versehentlich nicht noch mehr einspannt als bisher (Stichwort ständige Erreichbarkeit). Welche „klassischen“ Arbeitsprozesse und -regeln sind mittlerweile tatsächlich absurd geworden? Wie bringt man alteingesessenen Managern bei, dass managen eine Dienstleistung ist und ihr altes Verständnis vom Chef-Sein nicht mehr akzeptiert wird? Wie organisiert man ein Unternehmen ohne „Chefs“ und feste Arbeitszeiten, in dem jeder von einem anderen Ort aus arbeitet? Und was muss selber eigentlich zu dieser schönen neuen Arbeitswelt beitragen? Denn eines ist klar: Nur fordern ist nicht. Und mit mehr Freiheit geht automatisch mehr Verantwortung einher, die man dann auch annehmen muss.

Durch das transparente Gehaltsmodell wird gerade viel über meine ehemalige Agentur elbdudler geschrieben, berichtet und diskutiert. Auch unter meinem Facebook-Post dazu.

Klar gibt es viele Aspekte zu bedenken, und man mag davon halten was man will – aber einen Satz von Julian im Beitrag des WDR, der die Firma gemeinsam mit Jonas gegründet hat, kann ich so nur unterschreiben: „Es ist menschlich extrem anstrengend, bei uns zu arbeiten. […] Die Komfortzone ist relativ klein, weil man sich halt immer mit seinen Kollegen auseinandersetzen muss. Und da muss man Bock drauf haben. Und wenn man Bock drauf hat, dann ist das hier der beste Arbeitsplatz der Welt, und wenn nicht, dann hat man es hier auch nicht schön.“

So ist es. Aufgehört habe ich nicht deswegen, sondern weil ich mich inhaltlich so weiterentwickeln wollte, wie es vom Portfolio dort nicht möglich gewesen wäre. Aber das Modell elbdudler finde ich, trotzdem es manchmal so aufreibend ist, immer noch Spitze. Aber es ist eben ein gutes Beispiel dafür, dass mehr Freiheit eben auch mehr Engagement bedeutet und ein Auseinandersetzen mit dem Unternehmen, das über das bloße Angestelltensein hinausgeht.

Wenn man das annimmt, kann es großartig sein.

Ein spannendes Themenfeld. Nach der re:publica gibt es dann ein re:cap unseres Workshops.

Ein paar Bilder aus dem Microsoft-Sitz in Berlin:

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